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Die Erschaffung einer Ursprungs-Geschichte mit Jean Guesdon




Wir haben uns zur Feier der Veröffentlichung von Assassin's Creed® Origins mit Jean Guesdon, dem Creative Director des Spiels, zusammengesetzt, um mehr darüber zu erfahren, worauf es beim Schreiben einer Geschichte für die Bruderschaft ankommt.

 

Was ist deine Rolle im Team von Assassin's Creed und wie hat diese Rolle die Entwicklung von Assassin's Creed Origins beeinflusst?

Ich bin der Creative Director von Assassin's Creed Origins. Diese Rolle hatte ich auch bei Assassin's Creed® IV: Black Flag® inne.

Während der Produktion und Entwicklung bin ich derjenige, der sagt: „Weiter nach links“, „Weiter nach rechts“, „Nein, so sollten wir das nicht machen“, „Ja, das geht in die richtige Richtung.“

Im Grunde bin ich derjenige, der entschieden hat, dass die Reise ins Alte Ägypten geht. [Lacht] Ursprünglich war der Plan ein anderer. Ich sollte die Verantwortung für ein anderes Setting übernehmen, aber das wollte ich nicht. Ich wollte Ägypten!

Warum liegen die Ursprünge der Bruderschaft in Ägypten? 

Auf Grundlage der Studien, die wir durchgeführt haben, und der starken Verbindung zu unseren Fans, wussten wir, dass Ägypten sehr weit oben auf der Liste der am meisten gewünschten Settings stand.

Wir wissen, dass sich unsere Community Umgebungen wie das feudale Japan, das antike Rom und Ägypten gewünscht hat. Aus diesem Grund war Ägypten eine gute Wahl.

Außerdem gefällt es mir auch persönlich sehr gut und ich wollte einige Jahre an dieser Welt arbeiten! [Lacht]

Es ist eine äußerst faszinierende Zeit in der Geschichte, weil sie als Geburtsstunde der modernen Zivilisation gilt. Vieles, was wir heute kennen, stammt aus der Ära Ägyptens, einer der ersten großen Zivilisationen. Viele unserer Mythen, sozialen Strukturen, Regeln und Wissen kommen aus dieser Zeit.

Wir verdanken den alten Ägyptern vieles. Manches Wissen haben wir aber auch verloren, was dieses Setting besonders mysteriös und faszinierend macht. Es ist das perfekte Setting für unser Spiel, da es epische Abenteuer ermöglicht.

Etwas, das ich immer mache, wenn ich andere von einem Setting überzeugen möchte, – abgesehen davon, es ausführlich mit meinen Kollegen zu studieren – ist, dass ich die Zeitspanne in Spielkomponenten teile, um zu zeigen, warum sich diese Ära des ägyptischen Reiches perfekt eignet.

Beispielsweise existierte Ägypten zu Zeiten Kleopatras bereits seit 3.000 Jahren. Es gibt also schon viele lebendige, bewohnte Orte sowie Gebiete, die der Sand unter sich begraben hat und die vergessen wurden. Eine Ära mit diesen Voraussetzungen erfüllt all unsere Erwartungen, was Entdeckungsmöglichkeiten betrifft.

Es ist eine sehr abwechslungsreiche Spielumgebung. Ägypten besteht nicht nur aus Wüste, obwohl das viele Menschen annehmen. Es gibt Berge, den Nil, Oasen, die libyschen Plateaus und vieles mehr. Das macht das Gameplay unheimlich abwechslungsreich.

Davon abgesehen leben in dieser Zeit so viele aufregende historische Figuren wie Kleopatra und Julius Cäsar!

Was den Bildungsaspekt der Assassin’s Creed-Serie angeht, bot sich uns die Möglichkeit, Orte wie die Bibliothek von Alexandria und die Hieroglyphen zu entdecken, die jede Menge Wissen vermitteln. Der Gedanke des verlorenen Wissens passt perfekt zum geheimen Konflikt zwischen Assassinen und Templern.

Die Mythen und Geheimnisse rund um das Alte Ägypten, wie die Pyramiden, eignen sich perfekt für Assassin's Creed.

Die Technologie war bereits fortgeschritten genug, sodass wir eine Vielzahl an Waffen, Ausrüstungen und Rüstungen mit Tiefe im Spielfortschritt und Herausforderungen für die Spieler verknüpfen konnten.

Zu dieser Zeit gab es bereits ein Wirtschaftssystem, das über den bloßen Tauschhandel hinaus ging. Es gab Geld und komplexe Handelsbeziehungen zwischen Nationen.

All diese Faktoren kommen in diesem Setting zusammen und machten es rundum perfekt für Assassin's Creed Origins.

Gibt es in den Überlieferungen Hinweise darauf, dass die Ursprünge der Bruderschaft in diesem Setting liegen? 

In den Überlieferungen nicht wirklich.

Das Alte Ägypten war die Geburtsstätte der Zivilisation, wie wir sie heute kennen. Daher dachten wir, es würde sich auch als Geburtsort der Bruderschaft eignen, die wir seit dem ersten Assassin's Creed kennen.

Wir haben das Franchise vor 10 Jahre mit dem ersten Assassin's Creed begonnen. Damals wurden bestimmte Regeln und Rituale für die Bruderschaft festgelegt. Das Kredo, das Abschneiden des Fingers, das Ritual der Feder, die Kapuze und so weiter.

Mit diesem neuen Setting sind wir soweit in der Geschichte zurückgegangen, dass wir erzählen können, wie diese Dinge zustande kamen und woher ihre Bedeutung stammt.

Die Spiele der Assassin's Creed-Reihe gingen in der Geschichte immer vorwärts. Warum entschied sich das Team dazu, dieses Mal in der Zeit zurückzugehen? 

Für mich ging es um ein Statement! [Lacht] Was das Franchise für mich so besonders macht, ist, dass es uns Geschichte entdecken lässt. Es bietet das Potenzial, die Gesamtheit der menschlichen Geschichte zu durchforsten. Warum sollten wir davon nicht Gebrauch machen?

Indem wir soweit zurückgingen, haben wir eine Botschaft gesendet: Es gibt noch so viel zu entdecken!

Der wahre Ursprung der Bruderschaft blieb bisher rätselhaft in den Überlieferungen von Assassin's Creed. Warum wolltet ihr ausgerechnet dieses Mysterium ergründen?

Seit dem ersten Assassin's Creed haben wir uns viel mit der Bruderschaft des letzten Jahrtausends befasst. Wir hatten es mit Charakteren zu tun, die mehr oder weniger denselben Regeln folgten.

Wir hatten den Wunsch nach etwas frischem Wind, dem Ergründen neuer Möglichkeiten, neuen Arten von Charakteren und Geschichten. Wir fanden es einfach interessant, den Spielern die Struktur der Bruderschaft näherzubringen.

In dem Moment, als wir uns auf das Setting festlegten, war klar, dass es eine Geschichte über den Ursprung sein würde. Warum seid ihr soweit zurückgegangen, um die Geschichte eines Assassinen zu erzählen, der am Ende auch denselben Regeln folgt? Das Tolle an unserem Helden Bayek ist, dass er kein Assassine ist, wie wir sie kennen. Wenn wir ihn auf seinem Weg begleiten, verstehen wir, was dazu führte, dass er die Grundlage für die Bruderschaft legte.

Das gab uns die narrative Freiheit, eine komplett andere Geschichte zu erzählen.

Warum war es so wichtig, die Ursprünge der Bruderschaft zu ergründen? 

Wir haben uns unheimlich darauf gefreut, diese Geschichte zu erzählen. Dieses Mal wollten wir uns an einer neuen Art von Geschichte versuchen, durch die die Spieler die Zeit vor der Bruderschaft verstehen konnten.

In dieser Geschichte erzählen wir, wie die losen Ideengrundlagen, die schließlich das Kredo ausmachen würden, zusammengetragen wurden, um eine Gruppe von Menschen zu formen, die denselben Antrieb, dasselbe Ziel teilten.

War es herausfordernd, sich mit den Ursprüngen der Bruderschaft zu beschäftigen?

Natürlich, es ist immer eine Herausforderung. Wir müssen beachten, was bereits passiert ist oder gesagt wurde, um den Rahmen einzuhalten, den wir mit den früheren Titeln gesetzt haben.

Gleichzeitig müssen auch darüber hinaus blicken. Origins spielt vor dem Urknall, der Entstehung der Bruderschaft. Was gab es vor dem bekannten Universum? [Lacht]

Es ist sowohl herausfordernd wie auch aufregend, weil wir uns auf unbekanntem Gebiet bewegen. Die Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zu finden. Die Fans sollten die Überlieferung entdecken und was hinter dem Universum liegt, das sie lieben. Das soll aber gleichzeitig neuen Spielern nicht im Weg stehen. Wir wollen, dass sich viele unserer Bruderschaft anschließen!

Wir wollten nicht unbedingt eineindeutige Zusammenhänge in unseren Erklärungen aufzeigen. Also zum Beispiel Dinge wie: hier geht es um den Adler, hier um die Klinge etc. Es sollte sich nicht nach einer Check-Liste anfühlen. Die Geschichte soll erzählt werden. Die Spieler sollen auf eine Reise gehen, etwas fühlen und emotional erleben.

Einige Konzepte werden tiefgründiger beleuchtet, auf andere wird hingewiesen. Zwischen Assassin's Creed Origins und Assassin's Creed liegen aber immer noch gut 1.000 Jahre. Wir wollen uns dieses Jahrtausend für all die Geschichten offen halten, die erst noch erzählt werden müssen. Wir wollen den Fans jede Menge Inhalte bieten und ich denke, das haben wir bisher. Es muss aber auch weiterhin Mysterien geben.

Es gibt noch so viel zu entdecken!

Möchtest du der Assassin's Creed-Community noch etwas mitteilen? 

Einer der markanten Sätze in diesem Spiel ist: „Mögen sich eure Siege vermehren.“ Er leitet sich von einem echten ägyptischen Sprichwort ab, das heißt: „Möge sich euer Glück vermehren.“

Wir haben diesen Satz, der im Grunde „Ich wünsche dir nur Gutes“ bedeutet, so angepasst, dass er auf die Schlachten hinweist, die der Spieler führen und gewinnen werden muss, um seine Sache voranzubringen.

Also: „Mögen sich eure Siege vermehren!“

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Wir hoffen, es hat euch gefallen, mehr über die Entstehung von Assassin's Creed Origins zu erfahren und darüber, wie das Team die Grundsteine für die Bruderschaft legte.

Beteilige dich an den Diskussionen in den offiziellen Foren von Assassin's Creed!
  • Elechesto
    Elechesto

    Guten Tag, erstmal möchte ich Ihnen für das tolle Spiel danken. Ich war echt begeistert. Ich habe eine Frage an die Entwickler da ich eine Sache nicht verstehe: Warum lassen Sie die Hauptstory immer negativ enden? Warum habt ihr euch entschieden Bayek und Aya am Ende zu trennen? Steckt da mehr dahinter oder war das ohne Grund, denn ein Spieler ist bei einem Spiel mit gutem Ende immer mehr begeistert als bei einem Negativen. Ich weiß dass Sie viele Fragen zu beantworten haben, würde mich aber um eine Antwort sehr freuen. Vielen dank!

  • Elechesto
    Elechesto

    Guten Tag, erstmal möchte ich Ihnen für das tolle Spiel danken. Ich war echt begeistert. Ich habe eine Frage an die Entwickler da ich eine Sache nicht verstehe: Warum lassen Sie die Hauptstory immer negativ enden? Warum habt ihr euch entschieden Bayek und Aya am Ende zu trennen? Steckt da mehr dahinter oder war das ohne Grund, denn ein Spieler ist bei einem Spiel mit gutem Ende immer mehr begeistert als bei einem Negativen. Ich weiß dass Sie viele Fragen zu beantworten haben, würde mich aber um eine Antwort sehr freuen. Vielen dank!

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